(Titelbild: alps)

Jahrelang hat es bei unserem Linken (siehe Bild oben) geheißen, wir hätten "noch kein Verkehrsproblem". Sogar im März 2019 stellte sich Bürgermeister Falkner als Verkehrsleugner vor die ORF-Kamera:

"Wir haben noch kein Verkehrsproblem, so viel möchte ich festhalten." - Wer selbst im Fernsehen derart den Kopf in den Sand steckt, bei dem wundert es nicht, wenn in der letzten Wahlwerbung zu lesen ist: "Eine Umfahrung unseres Dorfes ist für uns jedenfalls keine Lösung":


Der Weitblick vom ORF-Interview im März 2019 sollte freilich nur ein halbes Jahr lang anhalten. Dann kam im Brustton der Überzeugung das Gegenteil: "Dass wir in Oetz viel Verkehr haben, nicht nur samstags, das wissen wir".


Übertroffen wurde diese 180°-Kehrtwendung lediglich im Gemeindeboten 2020, wo Herr Falkner all jene vielen Ötzerinnen und Ötzerinnen, die das Problem früher erkannt hatten als er, als ...

... "selbsternannten Verkehrsexperten"  bezeichnete. Ein durchaus fragwürdiges Vorgehen in einem mit Steuermitteln finanzierten Gemeindemedium. Vor allem auch, weil uns der Falke im Jahr 2019 einen schon seit Jahren überfälligen offenen und fairen "Dialog" versprochen hat.

Freilich, man hätte es ab diesem Zeitpunkt wohl wissen müssen, dass der nächste Fake wohl bald folgen würde. Wie beim 80-Millionen Projekt Feldring/Schafjoch: Auch dort gab sich der Falke zunächst zugeknöpft. "Informationsveranstaltungen", so meinte er, müssten unbedingt "kanalisiert" abgehalten werden, sodass "Leuten, die nicht direkt betroffen sind", also alle außer Steuer- und Pflichtabgaben-Zahler sowie deren Kindern, Kindeskinder und Eltern, "keine Plattform geboten wird". Das sagt viel über einen, der eigentlich die Interessen all seiner GemeindebürgerInnen zu vertreten hätte:



Der später auf seinen ersten Bauchfleck hin folgende Beirat Zukunft sollte diesen dubiosen Eindruck nur bestätigen: Hier ging es nicht um einen offenen Prozess, nein, hier sollte lediglich durch die Hintertür Feldring/Schafjoch durchgedrückt werden. Trotzdem hoffte man wenigstens diesmal auf einen halbwegs demokratischen Ablauf.

Im Saal Etz war der "Dialog" dann aber leider einmal mehr alles andere als "offen" und "fair". – Wir durften nicht reden. Schweigeseminar!

Dafür war es uns erlaubt, auf Tischdecken zu kritzeln. Und es wurde uns anschließend hoch und heilig (Indianehrenwort!) verheißen, alle Tischdecken würden auf der Gemeindehomepage veröffentlicht.

Bei der Veröffentlichung fehlten dann Tischdecken. Zufällig jene, bei denen geschrieben stand, dass der Schmårrn des "Experten" ("E-Bikes", "Carsharing") ein Schmårrn ist.

Tischdecken wie diese wurden entgegen dem Versprechen der Macher der Mobilitätsstrategie 2030 unterdrückt und nicht veröffentlicht.

"E-Bike Blödsinn, keine Entlastung" stand auf so mancher Tischdecke, wie auch auf dieser (Bild oben). Womit die Bevölkerung wohl eine realistischere Einschätzung hatte als die uns vorgegaukelten "Experten".

Damit aber nicht genug. Zusätzlich hat sich die Medienagentur Polak dieses bei der Veranstaltung im Saal Etz gemachte Bild gekrallt:

Sie hat es mit einem auf der Leinwand montierten Ötztaler-Bus gefälscht und auf der Homepage der Gletscherehe Ötztal-Pitztal veröffentlicht. Den Bildtext – den muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: "Das gesamte Tal arbeitet an Lösungen"!


Noch einmal: Bei dieser von uns über Jahre hart erkämpften Zusammenkunft, bei der man nicht reden durfte, bei der Tischdecken, auf die man schreiben musste, entgegen dem Versprechen nicht auf der Gemeindehomepage veröffentlicht wurden, hätten sich die Ötzerinnen und Ötzer für die Gletscherehe Ötztal-Pitztal ins Zeug gelegt! Braucht es da auch nur ein einziges weiteres Wort? Nein.


Aber, was will man eigentlich von dem Ganzen auch erwarten, wenn Jochl Grießer mitmischt:

Spätestens bei diesem Anblick hätten wirklich alle Alarmglocken schrillen müssen! Hintennach verwundert es jedenfalls nicht, dass Moderatorin Marion Amort bei der Veröffentlichung auf der Gemeindehomepage Tischdecken "abhandenkamen". Befindet sie sich doch mit Grießer auf einer gemeinsamen Soldliste, und dieser soll seinerseits gerüchteweise mit den Hufen scharren, um nach seinem glänzenden Auftritt in Sölden erneut als "Projektkoordinator" für eine weitere Ötztaler Ortsumfahrung aufzutreten:

Somit schließt sich der Kreis. Grießer bestimmt nämlich auch nach 35 Jahren noch immer, was in der Ötzer Gemeindezeitung zu stehen hat:  


Im mit unser aller Geld hergestellten Gemeindeboten wird der Falke stets als Überflieger und Ehrenwertigkeit in persona inszeniert. Und so lasen wir im Dezember 2020 in besagtem Propagandaheft auch dieses von Hansjörg Falkner persönlich unterfertigte, aufgewärmte Versprechen zur Mobilitätsstrategie:


Wir würden "umgehend eingebunden", hieß es. Die Wiederholung der bereits im September 2019 (!) im Saal Etz abgegebenen Ankündigung, dass die Homepage zur Mobilitätsstrategie "in Kürze online gehen" würde.

Geschehen ist diesbezüglich 20 Monate (!) lang nichts. Die "Beteuerung"  in der TT von Ende April 2021:

 

Man hätte deshalb mit der Homepage gewartet, weil man "erste Ergebnisse präsentieren" hätte wollen. Super. Als ob es bei einem Bürgerbeteiligungsprozess nicht von der ersten bis zur letzten Minute auf die Interaktion ankommen würde.

Auf unsere Intervention ging dann am 4. Mai 2021 (!) die längst überfällige Homepage doch online. Freilich nur hastig zusammengestopselt. Wie lustlos – alleine ein Blick auf die aktuellen Veranstaltungen enlarvt´s:

Das wird KNAPP! Ob wir das noch schaffen? Die Veranstaltungen sind bereits im November. – 2019 (!).

Ebenso lesen wir, und wir schreiben bitte den Mai 2021 (!), dass im "Herbst 2020 (!) die ersten Zwischenergebnisse präsentiert" werden sollen.

Genau dieser Satz kommt uns aber aus der Zeitung vom April dieses Jahres bekannt vor, wo er wortwörtlich so in der TT gestanden ist (siehe Zeitungsausschnitt oben).

Stümpern also von vorne bis hinten! Wenig verwunderlich passen daher auch die Aussagen in diesem jüngst erschienene Zeitungsbericht nur allzu gut ins Gesamtkonzept:

"Dem Ausbau der Ladestationen" stünde man jetzt "positiv gegenüber", verkündet der Fa(l)ke. Zweifelhaft. Denn erstens verhindern selbst 100 Ladestationen nicht eine einzige Fahrt durch das Ötztal, und zweitens ist Falkners Gesülze über Ladestationen lediglich ein Eingeständnis, zu spät gehandelt zu haben. Hat es doch bereits vor fünf Jahren lukrative Fördermittel gegeben, die man nur abholen hätte brauchen:

Schon 2016 standen für "Regionalverbände und Verkehrsverbünde" satte Förderungen für "E-Ladestationen" abholbereit. Auch ohne großspurige Mobilitätsstrategie könnten diese also schon längst stehen.

Wunderbar ins Gesamtbild passt auch der Schmäh mit dem "Halbstundentakt des VVT". Blöd nur, dass in diesem TT-Artikel aus dem Jahr 2011 (!) ...

Aus der TT vor zehn Jahren. Foto: Bernhard Stecher

... bereits Folgendes gestanden ist: "LHStv. Anton Steixner formulierte blumig. Man sei bereits bisher im Ötztal nicht unbedingt ,in der Steinzeit gewesen´. Die Freude des Mobilitätslandesrates bezieht sich auf jene Änderungen, die mit Sonntag in Kraft treten werden. So gibt es künftig Sommer wie Winter einen 30-Minutentakt, der im ganzen Tal gilt. Im Ortsverkehr von Obergurgl wird während der Wintersaison das Nahverkehrsangebot sogar auf zehn Minuten verdichtet, Haiming und das Kühtai werden halbstündig getaktet ... "

Jetzt soll mit dem "Halbstundentakt" ((c) Falke) das kommen, was uns bereits vor zehn (!) Jahren vollmundig als "30-Minutentakt" präsentiert worden ist!? Sagt, für wie blöd halten uns die Verantwortlichen der Mobilitätsstrategie eigentlich? Glauben die, dass wir wirklich nicht wissen, dass eine "halbe Stunde" und "30 Minuten" so ziemlich dasselbe sind?


Womit der Falke in seinem jüngsten TT-Artikel sonst noch "auftrumpfen" wollte? "Wir haben jetzt die Bestätigung vom Land, dass es eine Umfahrung für Ötz benötigt", so sagte er.

Ebenfalls ein Fake! Die Erkenntnis, dass es eine Umfahrung braucht, gibt es verschriftlich schon ewig. Beispielsweise in den Einreichunterlagen für Ötztal-Pitztal, in denen über das "äußere Ötztal" schwarz auf weiß steht, dass es "bereits im Ist-Zustand über der Anwendungsgrenze liegt":

Wie es wirklich ist und war
Vor mittlerweile sechs Jahren hat Dr. Molzer, der Leiter der Verkehrsabteilung des Landes Tirol, in einem dynamoetz-Interview erklärt, was wirklich Sache ist. Wir stellen dieses alte Interview aber gerne noch einmal online (ganz unten). Vielleicht machen sich manche Herren diesmal die Mühe, die darin angegebenen Zahlen zu vergleichen.

Man weiß seit zehn Jahren, dass die Verkehrs-Infrastruktur in Ötz für 10.000 KFZ/d ausgelegt ist. Und wie viele hatten wir laut Interview 2013? Das werden doch nicht damals schon zufällig mehr gewesen sein?

Vielleicht versteht der werte Projektverantwortliche diesmal auch, oder vielleicht kann es ihm nachträglich jemand erklären, dass es rein an ihm gelegen wäre. Er hätte, wenn er das Problem früher erkannt  und nicht jahrelang Vogel-Strauß-Politik betrieben hätte, schon längst beim Land deponieren können, dass wir es eine Umfahrung brauchen oder wollen. Dr. Molzer sprach 2015 dezidiert von einer "eindeutigen Willenserklärung in der jeweiligen Gemeinde", die es als ersten Schritt bräuchte. Das sind die Fakten. Jetzt mit "das-Land-hat-uns-bestätigt" in der Zeitung großartig "auftrumpfen" wollen, das ist lächerlich.

Nur, damit zwischen all diesen Fa(l)kes dieser von vorne bis hinten verlogenen Mobilitätsstrategie Ötztal 2030 auch diesmal wieder wenigstens ein bisschen die Wahrheit durchschimmert.

Der nächste Artikel "Die Wandlung vom Hardliner zum Nichtwisser" erscheint am 13. Mai 2021.

Check Teil 3:

  • Überzeugung, als Bgm. Falkner einen "Dialog" ins Leben rief? Nein, lästige Notwendigkeit, weil der Druck aus der Bevölkerung zu groß geworden war und damit die Hintermänner bei ihrer Gletscherehe weiter kommen.

  • Zeugt der plötzliche Sinneswandel davon, dass unser Bürgermeister nur ein vorgeschobener Handlanger für andere Interessen ist? Ja, leider.

  • Ehrliche Herangehensweise an Prozess? Fehlanzeige! Mobilitätsstrategie war von vornherein nur als Propagandainstrument gedacht.

  • Ehrlicher Prozessablauf / Beachtung der Grundlegen einer Bürgerbeteiligung? Fehlanzeige!

  • Versprochenen Informationsfluss eingehalten? Nein.

  • 20 Monate lang auf eine "aktuelle Homepage" warten müssen? Ja.

  • Ist diese nun wenigstens zwei Monate vor Prozessende brauchbar? Nein.

  • Versäumnis bei Erkennung des Problems Verkehr? Hätte man schon länger reagieren können/sollen. Ja, natürlich.

  • Hat er sich am Wahltag 2016 über die BI Lebenswertes Ötz und deren Ideen lustig gemacht? Ja. Sollte er sich später genau dieser Ideen bedienen uns als die seinen ausgeben? Ja.

  • Augenauswischerei durch Vortäuschen von Aktivität mit Alibiaktionen wie Ladesäulen? Ja.

  • Eingeständnis, dass zehn Jahre lang trotz großartiger Präsentation der "Halbstundentakt" nicht kam? Genau.

  • Selbstdarstellung statt Arbeiten auf Faktenbasis und im Interesse der Bevölkerung? Ja.


Interview mit Dipl.-Ing. Dr. Christian Molzer, Vorstand der Abteilung Verkehr u. Straße des Landes Tirol, erschienen 2015 auf dynamoetz

Herr Dr. Molzer! Ein herzliches Grüß Gott im Namen aller Ötzerinnen und Ötzern sowie Leserinnen und Lesern von dynamoetz. Schön, dass Sie sich Zeit genommen haben, um auf unsere Fragen einzugehen und damit gleich in medias res.

Die Statistikseite des Landes Tirol weist für unsere Gemeinde Ötz eine durchaus beachtliche Verkehrsbelastung aus. Kann garantiert werden, dass diese Zahlen stimmen? Und wo liegt Ötz mit diesen Zahlen im Oberländer Vergleich?

Christian Molzer: „Die Verkehrsdaten werden durch moderne, dem Stand der Technik entsprechende automatische Verkehrszählungen erfasst. Eine regelmäßige technische Wartung der Zählgeräte vor Ort und  eine laufende automatisierte Qualitätsprüfung im Zuge des täglichen Datenimports in der dafür entwickelten Verkehrsdatensoftware garantieren eine sehr gute Datenqualität. Darüber hinaus wird zusätzlich eine manuelle Datenprüfung vorgenommen. Die Einsatzbereitschaft der Zählgeräte in Tirol lag dadurch im Jahr 2013 bei knapp über 97%.

Ein Vergleich mit anderen Oberländer Gemeinden ist auf Grund des starken Tourismus mit den Schigebieten Ötz-Hochötz, Sölden, Obergurgl, Hochgurgl, sowie der Therme Längenfeld und anderen Attraktionen schwierig. Im Jahr 2013 wurde an der Zählstelle Ötz/Brunau ein jahresdurchschnittlicher täglicher Verkehr (JDTV) von rund 12.600 Kfz/24 Stunden erfasst. Die stärksten Verkehrsbelastungen treten an den Samstagen des Februar und März mit rund 18.000 Kfz/24 Stunden auf.

Im Vergleich dazu sind an der B 179 Fernpassstraße im JDTV rund 12.000 Kfz/24 Stunden und an den Samstagen des Februar und März 24.500 Kfz/24 Std. zu verzeichnen. An der B 169 Zillertalstraße liegen die Verkehrszahlen bei 17.500 Kfz/24 Std. (JDTV) und knapp 25.000 Kfz/24 Std. an den Samstagen des Februar und März.“

In Sachen Verkehrszählung wäre zudem interessant zu wissen, wie diese Werte eigentlich ermittelt werden. Gibt es bei uns eine automatische Zähleinrichtung oder wie kann man sich das vorstellen? Und wenn ja, wo befindet sich diese in Ötz eigentlich?

Christian Molzer: „Am Querschnitt Ötz wird der Verkehr 365 Tage im Jahr mit einem automatischen Zählgerät (Seitenradar) detektiert. Die erfassten Fahrzeuge werden auf Grund eines ermittelten Profilwertes (errechnet aus Länge und Höhe) dann den Fahrzeuggruppen KFZ (alle Fahrzeuge), Lkw-Ähnlich (Fahrzeuge über 6 m) und SLZ (Fahrzeuge über 13 m) zugeordnet. Die Energieversorgung wird mittels Solarpanel gewährleistet. Das Gerät befindet sich nicht direkt im Ortsgebiet von Ötz, sondern am Beginn der B 186 Ötztalstraße südlich des Kreisverkehrs bei km 0,6 (Brunau). Neben Seitenradargeräten betreibt das Land Tirol auch Verkehrszählgeräte mit Induktionsschleifen (z.B. Zählstelle Sölden)“.

Sie haben sicherlich viel mit statistischem Material zu tun. Wenn man sich die Entwicklung der jüngeren Vergangenheit anschaut, wo es einen steten Zuwachs des Verkehrs gab, wie wird sich dieser unter normalen Voraussetzungen weiter entwickeln?

Christian Molzer: „Prognosen sind grundsätzlich schwierig. Im Zeitraum zwischen 2005 und 2013 kam es an im JDTV zu einer Zunahme von 16,1% und an den Samstagen von 21,2%. Der maximale Tagesverkehr steigerte seit 2005 um 14%. Tirolweit betrugen die jährlichen Zunahmen seit 2009 jährlich ca. +1% (wobei es 2008 und 2012 auch Abnahmen um ca. -1% gegeben hat). Damit liegt der Querschnitt in Ötz im Hinblick auf die Verkehrszunahmen etwas über dem tirolweiten Mittel.

Im Westen Tirols (Bezirke Imst, Landeck und Reutte) entsprach die Verkehrssteigerung mit 0,8 % dem landesweiten Trend. Am Arlberg nahm der Verkehr 2013 um +2,0 % zu (Tunnel und Pass). Auf den beiden Straßenverbindungen passierten 2013 im Mittel täglich 11.630 Kfz die Landesgrenze nach Vorarlberg, das sind um rund +7 % mehr als vor fünf Jahren (2008). Der Fernpass weist mit 11.920 Kfz/24 h eine stärkere Verkehrsbelastung auf als die beiden Straßen am Arlberg gemeinsam. Auch hier betrug die Verkehrssteigerung gegenüber dem Vorjahr +2 %, seit 2008 nahm der Verkehr auf der B 179 um +12 % (Fernstein) bis +18 % (Musau) zu. Auf der B 189 Mieminger Straße wurden 2013 bei Tarrenz täglich 12.650 Kfz (+1,0 %) und bei Obsteig 7.000 Kfz (+2,4 %) gezählt. Im Ötztal nahm der Verkehr um +2 bis +3 % zu. Die B 186 Ötztalstraße wurde 2013 bei Ötz täglich von 12.640 Kfz befahren, bei Sölden von ungefähr halb so vielen Kfz (6.440 Kfz). Auf der Tannheimer Straße ging auch 2013 der Verkehr leicht zurück, seit 2008 um -6 % bis -9 %. Die tägliche Verkehrsbelastung liegt bei 2.800 Kfz (Weißenbach) bis 4.000 Kfz (Tannheim).“

Manche Menschen in Ötz haben, wie in anderen Landesteilen auch, in Sachen Verkehr das Gefühl, an der Grenze der Belastbarkeit angekommen zu sein. Gibt es irgendwelche schnelle Gegenmaßnahmen?

Christian Molzer: „Die Tiroler Mobilitätspolitik misst der Fortbewegung zu Fuß und mit dem öffentlichen Verkehr sowie dem Radfahren besonderen Stellenwert bei. Diese Prioritäten­setzung soll zu einem ökologisch und ökonomisch effizienten Verkehrssystem führen und Unabhängigkeit vom motorisierten Individualverkehr schaffen. Insbesondere ist ein Ziel die Anreise von Gästen mit dem öffentlichen Verkehr zu fördern (Programm Tirol auf Schiene) und hier den Anteil auf 10% zu erhöhen. Bauliche Maßnahmen im Sinne einer Umfahrung werden immer gemeinsam mit den Gemeinden entwickelt. Hier hat es in der letzten Zeit im Bereich Ötz keine Aktivitäten gegeben.“

Gesetzt den Fall, Ötz kann und will eines Tages den Verkehr nicht mehr schlucken und plädiert für eine Alternativlösung. Wie muss man sich dann das weitere Prozedere vorstellen? Das wäre dann doch sicherlich eine langwierige Sache, oder? Und wer käme eigentlich für die Kosten auf?

Christian Molzer: „Alle baulichen Maßnahmen im Tiroler Straßennetz werden im engen Einvernehmen mit den Gemeinden entwickelt und von Seiten des Landes Tirol nur dann vorangetrieben, wenn es eine eindeutige Willenserklärung in der jeweiligen Gemeinde gibt. Erfahrungen zeigen, dass im Dauersiedlungsraum auch bei größten Anstrengungen aller Beteiligten die Planungen, Grundbeschaffung, die Behördenverfahren und die Realisierung sehr herausfordernd und daher auch zeitintensiv sind. Da diesbezüglich noch keine Aktivitäten gesetzt wurden, wird um Verständnis gebeten, dass zur Finanzierung keine Aussagen getroffen werden können.“

Hr. Dr. Molzer, herzlichen Dank für das Gespräch!