Geht man vom Hungerbichl zum Kalvarienberg, kommt man am Rautbachl vorbei. Dort, wo das beschauliche Wässerchen knapp oberhalb des Weges munter dem Oberfeld zuspringt, hat Marlon Mora vor ein, zwei Jahre begonnen, ein Statement in Richtung Achtung vor der Natur abzugeben.

Der Mann, der einst von Nicaragua den Weg zu uns ins vordere Ötztal fand, hat einen kleinen Teich angelegt und zur Freude der Spaziergänger und dort spielenden Kinder zu einem Froschparadies. So steht dort nicht nur allerhand possierliche Figuren herum, nein, auch echte Frösche finden hier einen passenden Lebensraum vor. Weil eben alles sein Platz soll, auch wenn noch so unscheinbar.

"Ich habe mich schon in meiner alten Heimat für den Naturschutz", erzählt der 48-Jährige, der im ehemaligen Waldner-Haus wohnt und dort als Gastgeber die touristische Gesinnung seiner Vorbewohner weiterträgt. So sei er bereits in Nicaragua unterwegs gewesen, um die Eier von seltenen Meeresschildkröten vorsichtig in einer Aufzuchtstation zu bringen, von wo sie nach ihr Schlüpfen wieder in der Freiheit entlassen, so berichtet er. Weil die Achtung vor der Schöpfung eben alles über, egal ob Schildkröten oder Frösche, ist es für Marlon eine Selbstverständlichkeit, ein Auftrag, auch in der neuen Heimat Gutes zu tun. Danken tun es unter anderem seine beiden Sprösslinge, welche derart fasziniert den Wandel der Amphibien miterleben können und auch fleißig bei den diversen Arbeiten mithelfen.

Am 8. März, an dem Tag, an dem diese Fotos entstanden, kurz nach der Schneeschmelze und dem Austreiben die erste grüne Halme, war heuer der erste Froschlaich zu finden.

Naturfreund hat auch eine künstlerische Ader

Aber nicht nur Tiere, sondern auch nicht-mehr-Belebtes haben es dem Neo-Ötzer angetan: Marlon sammelt Steine und Schwemmholz und fertigt daraus sehenswerte Objekte. Hier sind einige davon zu sehen: