In der dieswöchigen Rundschau-Ausgabe lässt unser Bürgermeister wissen, er begebe sich nicht auf unser Niveau herunter. Gut. Kann man so sehen. Dann müssen wir ihm halt auf´s Dach steigen. So leid es uns tut. Aber wenn er unsere höflichen und sachlichen Anfragen zu diesem Thema nicht beantworten kann, dann soll´s halt jetzt das ganze Land wissen. Jeder, wie er will – und letztendlich wohl auch verdient hat. Wir haben jedenfalls lange genug guten Willen demonstriert.

Fakt

Auf der Homepage www.oetztal2030.at ist zu lesen:

Für die "Ortsumfahrung Oetz" sei, so lässt der Herr Falkner wissen, der "GR-Beschluss für die Umfahrung prinzipiell gefasst" worden.

Und Herr Falkner erzählt in diesem TT-Artikel vom 06.11.2020:

",Im Gemeinderat habe man bereits gültige Beschlüsse für ein grundsätzliches ,Ja` zur Umfahrung vorliegen´, (...) hebt Bürgermeister Falkner hervor."

Und Herr Falkner erzählt in diesem Krone-Artikel vom 06.11.2020:

",Der Grundsatzbeschluss des Gemeinderates steht schon´, lässt Falkner (...) wissen."



Und Herr Falkner erzählt in der Oberländer Rundschau vom 10.11.2020:

"(...) im Gemeinderat gibt es bereits gültige Beschlüsse ..."



Und Herr Falkner erzählt, so hört man, beim Land, er habe sogar einen "einstimmigen" Beschluss in der Tasche.

Genauso, wie er einst bei der Tiwag erzählt hat, er hätte einen Beschluss für das Kraftwerk Tumpen-Habichen in der Tasche. Obwohl er keinen hatte.

Fa(l)ke

Es gibt keinen einzigen Beschluss im Ötzer Gemeinderat zum Thema Umfahrung und Begegnungszone.

Es steht in keinem einzigen Protokoll des Jahres 2020 ein Antrag zum Thema Umfahrung/Begegnungszone.

Es gab weder eine Diskussion, geschweige denn die Abstimmung.

Weder "prinzipiell", noch "grundsätzlich".

Und erst recht nicht "einstimmig".

Alles, was Herr Fa(l)kner dazu erzählt, ist demnach erstunken und erlogen!

Unser großartiger Projektkoordinator hat, wie schon bei der 10 Millionen-Beteiligung zum Kraftwerk Tumpen-Habichen, den Beschluss für das Ötzer Jahrhundertprojekt Umfahrung/Begegnungszone schlicht und ergreifend  "vergessen". Und jetzt träumt er davon. Wahrscheinlich meint er das mit "einstimmig". Es war seine eigene, die einzige Stimme, die ihm einen Beschluss vorgaukelt.

Ach, Hansjörg, sag, wie war das jetzt gleich noch einmal mit dem Niveau?


***

Ob dieses neuerlichen Eklats tun sich jetzt natürlich ein paar dringliche Fragen auf:

  • Was sagen zu den offensichtlichen Beschluss-Lügen, wie sie Herr Falkner auftischt, eigentlich die Ötzer Gemeinderätinnen und -räte? Schließlich stehen auch sie in der Verantwortung, weil sie bei einer allfälligen Abstimmung mitgewirkt haben müssten. Lassen sie einfach über ihre Köpfe hinweg eine Fake-Abstimmung durchgehen? Oder distanzieren sie sich davon?
  • Was sagt der Amtsleiter der Gemeinde Ötz zu dem angeblich stattgefundenen Beschluss? Er, der laut Gesetz dafür verantwortlich ist, dass immer alles nach den rechtlichen Grundlagen abläuft? Deckt er den Bürgermeister, wenn selbiger die Presse, die Bevölkerung, die Behörden, das Land Tirol und erneut den eigenen Gemeinderat belügt?
  • Was sagt die Gemeindeaufsicht zum "Vorgaukeln von Beschlüssen"? Kann man ungestraft einfach irgendetwas hinausposaunen, was im Gemeinderat offensichtlich gar nicht stattgefunden hat?
  • Was sagen die Geldgeber der Mobilitätsstrategie Ötztal 2030 zu so einer weiteren Farce, die sich in eine mittlerweile leider bereits lange Liste einreiht?
  • Was sagt das Land Tirol, mit dem man vertrauensvoll zusammenarbeiten wollte, wenn es erfährt, dass bereits eine der ersten Informationen, die man aus Ötz erhalten hat, erstunken und erlogen war?