Die Grundlagen einer Demokratie bestehen im Austausch von Meinungen. Im besten Fall gibt es ein Wettbewerb der Ideen. Unbedingt notwendig ist auch eine Kontrolle der Macht. Fehlen diese Voraussetzungen, entsteht ein Ungleichgewicht mit all seinen negativen Begleiterscheinungen. Umso erfreulicher daher, wenn sich bereits sechs Monate vor der nächsten Gemeinderatswahl gestandene und vor auch allem unabhängige Ötzer Frauen und Männer unterschiedlichen Alters bereit erklärt haben, ihren Beitrag zu einem lebendigeren politischen Leben zu leisten.

Die Blutauffrischung erscheint dringend notwendig. Denn wenn etwa der Ötzer Gemeinderat schon "vergisst", einen Beschluss zur 10 Millionen Euro-Beteiligung am Kraftwerk Tumpen-Habichen zu fassen, so möchte man zumindest meinen, dass dieser Lapsus nicht beim Jahrhundertprojekt Umfahrung wiederholt wird. Möchte man meinen. Aber die Erfahrung lehrt leider das genaue Gegenteil.

Durch das Antreten einer zweiten Liste können wir auch darauf hoffen, dass uns folgende Szenarien künftig erspart bleiben:
* Zuerst wird ein 15:0-Beschluss für das angepeilte Schigebiet Feldring/Schafjoch gefällt; einige hunderttausend Euro beim-Fenster-hinausgeworfen-später fördert eine von derselben politischen Gruppierung in Auftrag gegebene Umfrage zutage, dass der Großteil der Bevölkerung ein solches Mammutprojekt ablehnt.
* Zuerst wird von der Einheitsliste ein vollkommen überdimensioniertes Investorenmodell durchgepeitscht, danach gibt man nach der in diesem Punkt für die Befürworter ebenfalls ernüchternd ausgefallenen Umfrage kleinlaut bei, dass man eigentlich keine derartigen Modelle im Ort haben möchte.    
Solche Schildbürgerstreiche, man kann sie nicht anders nennen, sind entschieden abzulehnen. Nicht zuletzt deshalb, weil sie unsere Heimatgemeinde längst als Negativbeispiel in die Presse gebracht haben. Zwei Beispiele aus dieser Woche:

In eigener Sache

Weil in den letzten Jahren die notwendige Ausgeglichenheit im Ötzer Gemeinderat gefehlt hat, hat der Autor dieser Zeilen Oppositionsarbeit betrieben. Er hat mittels Internetartikeln auf dynamoetz und später auch hier auf lebenswertesoetz.at zum Gedankenaustausch angeregt. Es wurde eine Diskussion in Gang gesetzt, die ansonsten gefehlt hätte.

Unterm Strich konnte damit auch einiges bewegt werden. Denkt man alleine an das Verkehrsthema, zu dem die politisch Verantwortlichen noch vor eineinhalb Jahren erklärt haben, es bestünde gar kein Problem.

Weil aber bei dieser, aus Sorge um den Heimatort getragenen, Initiative auch unbedingt auch etwas Nachhaltiges entstehen sollte, war schnell klar, dass das langfristige Ziel einer lebendigeren Gemeindepolitik ohne das Entstehen einer zweiten wahlwerbenden Gruppierung nicht erreicht werden kann. Deshalb wurde parallel zu den Aktivitäten der BI auch an der Gründung einer neuen politischen Liste gearbeitet.

Erfreulicherweise kann nun berichtet werden, dass auch diese Initiative von Erfolg gekrönt war: Es ist eine neue Liste ist entstanden! Und die Oppositionsarbeit des Autors kann damit beendet werden. Mission accomplished.

Warum so?

Bleibt vielleicht die Frage, warum auf diese ungewöhnliche Art und Weise über das Internet Oppositionsarbeit betrieben wurde?  Die Antwort darauf ist einfach: Anders wäre nichts zu bewegen gewesen. Mit gut Reden kommt man in Ötz derzeit leider zu nichts. Dazu fehlt es leider an einer Diskussionskultur. Kein Wunder aber, wenn die führenden Köpfe lieber den Kopf in den Sand stecken statt Argumente auszutauschen. Deshalb dynamoetz.at. Und später auch kritische Artikel auf lebenswertesoetz.at.

Letztere wären eigentlich gar nicht mehr geplant gewesen, doch da glaubten Bürgermeister & Co plötzlich unbedingt, die Idee der Umfahrung-/Begegnungs-zone als die ihre ausgeben zu müssen. Lächerlich! Und letztmalig der Grund, sich zu Wort zu melden.

Somit braucht sich niemand mehr Gedanken zu machen, ob man manche Herren nicht mehr mit Samthandschuhen anpacken sollte. Dazu so viel: Falke, Hase & Co haben genau die Antwort bekommen, die sie verdient haben: Wer politisch auf die falschen Pferde (Feldring-Schafjoch / Investorenmodelle, ... ) setzt, aber die Ideen jener klaut, die sie mit Steuergeld in der Öffentlichkeit schlecht zu machen versuchen, dem ist die Wahrheit allemal zuzumuten. Wer also beispielsweise in der Öffentlichkeit stock und steif behauptet, er habe einen Gemeinderatsbeschluss zur Umfahrung in der Tasche, hat ihn aber nicht, der lügt. Ganz einfach und mittlerweile von der BH Imst sowie der Landes- und Bezirkspolitik bestätigt.

Durch derartige Klarstellungen und Bevölkerungs-Informationen braucht sich die neu entstandene Ötzer Liste künftig nicht mehr mit der Aufarbeitung vom Vergangenem herumschlagen. Das alles ist bereits erledigt. Die Neo-Liste kann vollkommen unbeschwert und mit Sachthemen punktend im bevorstehenden Gemeinderatswahlkampf auftreten. Das war immer das Ziel.

Der neuen Liste alles Gute für die bevorstehenden Aufgaben und den mittlerweile fast 300 Facebook-Abonnenten sowie sonstigen Leserinnnen und Leser dieser Seite danke für das Interesse!

Bernhard Stecher
   

Wie es weiter geht

Nachdem sich lebenswertesoetz.at nun endgültig vom "Politischen" verabschiedet hat, werden in den kommenden Wochen an dieser Stelle im Rahmen eines neuartigen Projekts alte Aufnahmen von Ötz aktuellen gegenübergestellt. Wer interessantes Fotomaterial aus früheren Zeiten besitzt, bitte um Zusendung an best10@aon.at