An dieser Stelle wieder einmal eine über die Ortschaft Ötz hinaus gehende Anregung. Ganz im Sinne von think global, act lokal.

Zur Einstimmung ein paar "Schnappschüsse" aus dem aktuellen Tagesgeschehen.

  • Zwischen all den alarmierenden Klimazahlen gibt es auch einen Hoffnungsschimmer: Man könne, so sagt die Wissenschaft, im Kampf gegen die vom Menschen verursachte Klimaerwärmung Zeit gewinnen, wenn man kurzfristig den Klimakiller Methan reduzieren würde.
    (Nachzulesen hier: https://science.orf.at/stories/3209507)

  • Für rund ein Viertel des weltweiten Methan- und Lachgasausstoßes ist die Landwirtschaft verantwortlich. Daher will die EU Methan-Emissionen aus diesem Segment reduzieren, wie aktuell auf der Klimakonferenz bestätigt wurde. Auch wenn dies zunächst nur als Tropfen auf dem heißen Stein erscheint, erfolgsversprechend könnte dieses Ansinnen trotzdem sein, weil Methan, Ammoniak & Co für die Klimabilanz um ein Vielfaches schädlicher sind als CO2.  
    (Nachzulesen hier:  https://www.agrarheute.com/politik/eu-kommission-will-methan-emissionen-landwirtschaft-verringern-573950)

  • Nicht erst seit dem jüngst ergangenen "Gockelurteil" (Verbot der Haltung eines Hahnes im besiedelten Bereich) ist klar: Die Tiroler Bevölkerung sowie der Tourismus reagieren zunehmend sensibler, was die Beeinträchtigung durch die Landwirtschaft betrifft, wobei an vorderster Front die Belastung durch Gerüche, wie sie beim Lagern, Aufrühren und Aufbringen von Gülle oder Mist entstehen. Eine Verschärfung dieses Nutzungskonfliktes ist vorprogrammiert, alleine auch dadurch, da die Nitratbelastung in den Böden gesenkt werden soll.

Mögliche Lösung

Biogas aus landwirtschaftlichen Abfallprodukten wie Gülle und Mist! Die Errichtung von dezentralen Biogasanlagen an mehreren Standorten in Tirol! Die Landwirtschaft könnte durch die Bereitstellung der "Rohstoffe" eine zusätzliche Einnahmequelle erhalten, die Bevölkerung und der Tourismus würden entlastet, der Landesenergieversorger Tigas nachhaltiger und die Klimabilanz insgesamt verbessert werden. Das alles schaut nach einer win-win-win-win-Situation aus, zumal die EU derzeit solche Projekte aufs höchste subventioniert.

Funktionierende Beispiele aus der Praxis gibt es etwa bereits im (Südtiroler) Wipptal, wo die nur vor wenigen Jahren errichtete Anlage derzeit auf 150.000 Tonnen erweitert wird. Nebenprodukte zur Energiegewinnung: Geruchsfreier Bio-Dünger, der in den Handel gebracht, aber auch emissionsfrei wieder auf den landwirtschaftlichen Flächen aufgebracht wird; Bio-Treibstoff (u.a. für die Fahrzeuge der Biogas-Anlagen), Trockeneis (für Handel und Industrie) etc.

Hier zum Nachlesen:

Home - Die Biogasanlage im Wipptal

Anregung

Auch Nordtirol könnte sich in diesem Bereich der Nachhaltigkeit auf die Hinterbeine stellen. Zumindest wäre es wohl ein Gebot der Stunde, sich mit dem Thema Biogas aus Abfallprodukten der Landwirtschaft auseinander zu setzen.

Sollte sich bei diesem Nachdenkprozess herausstellen, dass Bio-Gasanlagen noch umweltfreundlicher als im Wipptal gebaut sowie mit PV-Anlagen auf den Dächern bestückt werden können, nur umso besser.

Hiermit ergeht die Einladung zur Teilnahme an einer Diskussion rund um dieses Thema, besonders an unsere Politiker, Touristiker, Landwirte und Energieversorger. Vielleicht kann tatsächlich und gemeinsam ein nachhaltiges Biogas-System auch in Nordtirol realisiert werden.

Stellungnahmen (bitte per Mail an best10@aon.at) werden am 29. November an dieser Stelle veröffentlicht. Vielen Dank für das Interesse und das Mitdenken bereits im Voraus. (best)