DAS leidige Thema schlechthin in unserem Dorf. Insbesondere für diejenigen die in der Nähe der Hauptstraße wohnen. Aber auch sonst ist das nicht zu unterschätzen. Wohnt man etwas erhöht, so wird der Schall auch dorthin ungehindert ankommen, lediglich durch die Distanz in etwas verminderter Intensität.‌ Zusätzlich kann es, durch die Tallage, zu Schallreflexionen kommen (jeder kennt das auftretende Echo bei einem Knall). Schallreflexionen sind aber auch lokal ein Thema (und Problem), man denke an Mauern direkt neben Straßen, da wird Verkehrslärm reflektiert, d.h direkte Einwirkung und Einwirkung aus der Reflexion. Durch die geringen Distanzen Straße-Mauer (Schallgeschwindigkeit liegt bei ca. 343m/s) fallen diese Einwirkungen praktisch zusammen und erhöhen somit die Intensität des Lärms (Lautstärke).

Subjektive Belastung durch Lärm

Lärm unterscheidet nicht, ob "gut" oder "schlecht" oder ob natürlich oder künstlich. Die meisten hat wohl schon mal ein Gewitter aus dem Schlaf gerissen, oder auch Sirenenlärm - die Auswirkung ist die selbe (zumindest für nicht-Feuerwehrleute).

Auch Tiere können subjektiv störend wirken, man denke an dauerndes Hundegebell oder z.B. ein nerviges Gepiepse von einem Buchfink, sogenannter "Regenruf" (obwohl der nichts mit Regen zu tun hat).


Viele Dinge spielen eine Rolle, wenn es um die subjektive Belastung geht: was ist man schon "gewohnt", welche Lautstärke und welche Frequenz, welches Intervall und wie lange dauert die Lärmbelastung. Dazu kommen noch eigene Erfahrungen - z.B. wer schon oft wegen Sportwagen-Raser aufgeweckt wurde, den belastet jedes neuerliche Mal umso mehr.

Corona-Shutdown

Wie ruhig es sein kann, hat der Shutdown wegen dem Coronavirus gezeigt. Es waren schon auch Verkehrsgeräusche zu hören, vom zu dieser Zeit noch stattfindenden reduziertem Berufs- und Werksverkehr. Insbesondere die LKW und Transporter stachen hier heraus. Trotzdem waren hauptsächlich Naturgeräusche zu hören: die Ache, der Wind, und insbesondere Vogelgezwitscher.

Die Ruhe vor dem Sturm
Ein Zitat von unserem Bundeskanzler das vor Kurzem im Zuge einer Pressekonferenz bezüglich der Corona-Maßnahmen gefallen ist, in einem anderen Zusammenhang betrachtet.

Für viele eine sehr ungewohnte Situation, größtenteils aber wohl eine angenehme - ungestörter Schlaf, Sitzen im Garten / am Balkon für manche wieder eine Freude.

Zurück zur "Normalität"

Mit der "Corona-Stille" ist es nun wieder vorbei, bezüglich der Lärmquellen herrscht wieder "Normalbetrieb". Mit den zwei Großbaustellen WEG am Tiwagareal und dem Kraftwerk in Habichen sogar derzeit verstärkte Lärmbelastung durch Baustellen. Aber teils auch subjekiv eine erhöhte Verkehrsbelastung (objektiv kann es erst beurteilt werden, wenn die Verkehrsdaten vorliegen). Sommer-Touristenbeschallung findet wieder statt, ebenso sind wieder etliche Freizeit-Motorsportfahrer (Motorräder, Sportwägen) unterwegs.

Kraftwerksbaustelle Habichen

Die Kraftwerksbaustelle fällt derzeit besonders durch Sprengungen auf. Regelmäßig ab ca. 6 Uhr früh, bis in die Nacht finden deutlich hörbare Sprenungen statt, die letzte meist um kurz vor 22 Uhr. Sogar gestern Sonntags (02.08.2020), an einem Wochentag an dem ansonsten erhöhte Lärmruhe herrscht. Der erste Prototyp des Lärmsensors hat noch in Ötz einen Schallpegel von ca. 69 db(A) gemessen, was bei theoretischer Rechnung (ohne jegliche Hindernisse, was praktisch nicht der Fall ist), einen Pegel in Habichen (etwa Habicherhof) von ca. 104 dB(A) ergibt - in etwa so laut wie ein Presslufthammer in ca. 10m Entfernung. Natürlich ist die Dauer kurz, genügt aber, um jemanden aus dem Schlaf zu reißen. Auch verursacht ein Knall oft Unbehagen und im ersten Moment Unsicherheit, was denn gerade passiert - auf jeden Fall kein angenehmes Gefühl.

Verkehrslärm

‌Diese Lärmbelastung betrifft in erster Linie den Verkehr. Ganz besonders ärgerlich sind hierbei diejenigen, die sich an keinerlei Geschwindigkeitsbegrenzungen halten. Es wurde von Anwohnern erzählt, welche Belastung solche ’Rowdys’ verursachen, die meinen talauswärts schon kurz nach der Tankstelle beschleunigen zu müssen. Es mache einen rieeesen Unterschied wenn die Polizei mit der Laserpistole gegenüber der Polizeistation steht. Im Sommer sind es zusätzlich Motorrad- und Sportwagenfahrer, aber auch viel zu schnell fahrende LKW, die in der früh schon um 6 Uhr zum Teil viel zu schnell unterwegs sind. Ein stationärer Radarkasten im Bereich Polizei/Postzentrum könnte hier Abhilfe schaffen.‌

Aus dem Gemeinderatsprotokoll vom 16.10.2019

Ganz besonders die Anwohner an den beiden Ortsenden, aber auch im Bereich Hungerbichl (wegen der Steigung ist mehr Motorleistung erforderlich), leiden sehr am Lärm. Der Radarkasten beim Feuerwehrhaus bringt insofern nur bedingt etwas, als vielfach sofort nach dem Kasten aufs Gas gedrückt wird - ohne Rücksicht auf Verluste.

Im Sommer bei Schönwetter gemütlich am Balkon oder im Garten sitzen? Für einige ist das nicht möglich. Die wohl effektivste Lösung für eine Reduktion des Verkehrslärmrs wäre eine Geschwindigkeitsbegrenzung im Ortsgebiet. Wie auch unter Lärminfo.at zu finden ist:

Verkehrsberuhigte Zonen mit 30 km/h können gegenüber den üblichen 50 km/h im Ortsgebiet eine Reduktion des Lärmpegels um rund 4 dB bringen. Diese Lärmreduktion entspricht einer Reduktion des Verkehrsaufkommens um mehr als die Hälfte.

Anmerkung: +6dB entspricht dem doppeltem Schalldruck, +10dB wird als etwa doppelt so laut wahrgenommen.

Andere Lärmquellen

Dem  Verkehrslärm nicht genug, werden Anwohner von Baustellenlärm, insbesondere durch gößere Projekte - man denke an ’Dunkelstein’, derzeit das WEG am Tiwag-Areal und die Kraftwerksbaustelle (siehe oben), oder auch regelmäßiger Touristenbeschallung und "Touristengröhlen" Winter sowie Sommer durch Lärm belästigt. Da können wohl die Bewohner im WE-Haus ’ein Lied davon singen’, oder sogar viele...

Lärmkartierung

Für stark befahrene Straßen (mehr als 3 Mio. Fahrzeuge pro Jahr) gibt es Lärmkarten.

Lärmkartierung von Lärminfo.at

Straßen mit geringerer Verkehrsbelastung, wie z.B. die Kühtaierstraße werden dabei nicht berücksichtigt - obwohl diese teils auch stark belastet sind - Steigung, daher Fahrt mit höherer Motorleistung nötig, Motorradstrecke.

Projekt Lärmsensoren

Nochmals möchte ich auf das Projekt zur Installation von Lärmsensoren hinweisen. Damit gibt es die Möglichkeit, für die verschiedenen Standorte eine kontinuierliche (d.h. rund um die Uhr) Lärmmessung zu machen, mit Abrufmöglichkeit der Daten im Internet.

Selbstbau-Lärmsensoren
Interessensabfrage zu solchen Lärmsensoren Ein Messnetz aus Selbstbau-Lärmsensoren als Bürgerprojekt für Ötz, ähnlich dem der installierten Selbstbau-Feinstaubsensoren?‌‌ Mittlerweile hat das Stuttgarter Projekt Luftdaten.Info [https://luftdaten.info/] (mein größter Respekt an diese Bewegung) eine B…

Die ersten Prototypen sind bereits im Entstehen ;-)

Puzzle für Erwachsene

Demnächst dann mehr dazu.

Literatur