Ein erster Besuch im Frühjahr am Piburger See ist immer auch eine Rückkehr zu einem heimeligen Bereich, man kennt die Plätze, sogar die Bäume und die Steine sind einem vertraut. Gerade im heurigen späten April, an dem die Sonne am Seeufer heißer war als gewöhnlich, bot die besondere Stimmung eine angenehme Erfahrung während der Einschränkungen durch die Coronazeit und die warmen Witterungen ließen sogar zu, dass man bei frischen 16 Grad Wassertemperatur schwimmen gehen konnte. Die meisten Oetzer haben ihre Lieblingsplätze am Ufer, an denen man seit jeher Badebesuche macht! Das Bild an den schönen Wochenenden im Frühjahr war jedoch geprägt von überfüllten Liegeplätzen im Uferbereich durch Besucher, die oft den ganzen Tag mit ihren Hängematten die Ufer säumten und die übliche Ruhe am See empfindlich durch diverse Musikboxen störten. Diese Erfahrungen, kennen wir vom sehr warmen vergangenen Sommer und diese Situation hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr zugespitzt! Daher ist ein Vorstoß durch die Organe der Gemeinde Oetz zum Schutz des sensiblen Naturdenkmals ein positiver Schritt, der zur Erhaltung des Sees beiträgt.

Hier die Aussendung der Gemeinde Oetz zu den Maßnahmen:

Information der Gemeinde Oetz
 >Maßnahmen zum Schutz von Piburger See und seiner Umgebung  >Änderung der Wasserleitungsgebührenverordnung und der Kanalgebührenverordnung der Gemeinde Oetz  >Information der Pfarre Oetz

Im Jahr 1980 hat die Gemeinde Oetz von Elisabeth Reinkenhof den Piburger See gekauft und startete die Initiative zur Errichtung des Landschaftsschutzgebietes Achstürze-Piburger See (1983). Um den Badebetrieb für Einheimische und Touristen zu ermöglichen, wurde der Weg von Oetz zum Ostufer errichtet und die Bade- und Bootsanstalt gebaut. Bereits in den 80 iger Jahren hat die Gemeinde als Eigentümer darauf geachtet, den sensiblen Uferbereich des Sees vor zu starker Nutzung durch Besucher zu schützen. Am Ostufer wurde der Schilfgürtel angelegt und der damalige Bürgermeister hat den Oetzer Franz Amprosi angestellt, damit dieser einen Betrag von den am Ufer liegenden Personen einkassiert, um eine zu starke Besucherzahl außerhalb der Badeanstalt einzudämmen. Durch die ruhige und konziliante Persönlichkeit von Franz Amprosi hat das sehr gut funktioniert und jene Oetzerinnen und Oetzer, die kurz zum Schwimmen kamen und dann wieder den Heimweg antraten, konnten dies auch unbehelligt wie eh und je tun. Nachdem jetzt mehrere Jahrzehnte die Verbote am See kaum mehr exekutiert wurden, hat sich der Umgang mancher Besucher mit dem Naturdenkmal verschlechtert und ein Vorgehen vonseiten der Eigentümervertretung notwendig gemacht.

Verbote

Entsprechend dem Beschluss des Gemeinderates, hier eine Übersicht der geltenden Verbote:

  • Jede Verwendung von Radio, Beschallungs- Lautsprecher- und ähnlichen Geräten im gesamten Ufer- und Wiesenbereich des Sees
  • jegliche Verwendung von diversen Schwimmkörpern im kompletten Seebereich (aufblasbare Boote, Inseln, SUP-Boards [Stand-up Paddles] und dergleichen) mit Ausnahme von Luftmatratzen und der am Körper mitgeführten Schwimmbojen für die Sicherheit schwacher Schwimmer
  • jegliches Campieren und längeres Verweilen bzw. Lagern im gesamten Ufer- und Wiesenbereich außerhalb der Badeanstalt (also keine Liegedecken, Luftmatratzen, Hängematten, Slakelines, Picknickdecken, udgl)
  • jegliches ausgedehnte Picknicken, Grillen und der Betrieb von Feuerstellen
  • jegliches Betreten des Uferbereiches als Zustieg zum Schwimmen außerhalb der Badeanstalt
  • Fahrradfahren um den ganzen See
  • es gilt weiterhin die Hundeleinenpflicht und Hundekotaufnahmepflicht.

Der Piburger See, der sich im Eigentum der Bürger von Oetz befindet, ermöglicht es uns dieses Gut zu nutzen und fordert von uns auch einen Beitrag zur Erhaltung unseres Sees zu leisten. In diesem Spannungsfeld wird sich auch hoffentlich zeigen, wie streng die Verbote exekutiert werden müssen und in welchem Umfang wir unser Eigentum nutzen und in seiner Natürlichkeit und Schönheit erhalten können.