2015 waren an ähnlicher Stelle drei Varianten einer Ötzer Ortsumfahrung angedeutet worden: Zum einen gab es da die Umfahrung auf der Westseite, jene unter dem Piburger Rücken (siehe hier). Dann gab es auch die Idee der Untertunnelung auf direkter Linie (siehe Titelbild dieses Artikels – gelb: eine mögliche Trassenführung, rot: die verkehrsberuhigte Zone im Ortszentrum, blau: Tiefgarage). Und als dritte Variante wurde ein Osttunnel ins Treffen geführt, der so ausgesehen hat:

Allesamt Denkvarianten jener Verkehrslösung, von der unsere Gemeindeführung im vergangenen Herbst angekündigt hat, sie sei jetzt plötzlich "alternativlos". Das war doch einigermaßen verwunderlich. Wie denken nun Ötzerinnen und Ötzer über diese neueste Entwicklung, die an die Wandlung vom Saulus zum Paulus erinnert?

Reaktionen aus der Bevölkerung

Zum einen zeigt sich der Großteil verwundert darüber, wie rasch sich nun ein Sinneswandel in unserer Gemeinde vollzogen hat. Manche konnten es gar nicht glauben, dass ausgerechnet jene, welche noch vor Kurzem gemeint hatten, Ötz hätte kein Verkehrsproblem, urplötzlich und vehement das Gegenteil vertraten. Viele meinen daher, es würden entweder die bevorstehenden Gemeinderatswahlen dahinter stecken, Begehrlichkeiten aus dem Hintertal oder es sei ganz einfach Strategie, das Thema auf die lange Bank zu schieben. Jedenfalls wird es unserer derzeitigen Gemeindeführung einhellig nicht zugetraut, dass außer Kalkül ernsthafte Intentionen dahinter stecken, heißt es.

Bezüglich einer möglichen Trassenführung gibt es hingegen unterschiedliche Auffassungen. Allen gemein ist allerdings der Wunsch, dass man sich mit der allfälligen Verkehrslösung nicht weiteren Naherholungsraum verbaut.

Insofern kann man nur gespannt sein, wenn es denn auch einmal zu konkreten planerischen Ansätzen kommen wird. Unser Bürgermeister hat ja diesbezüglich den Mund ziemlich voll genommen und im Gemeindeboten gemeint, man könne und wolle das Thema nun nicht mehr lange "selbsternannten Verkehrsexperten" überlassen. Sind wir also gespannt, was er aus dem Hut zaubert. Denn unter Druck gesetzt hat er sich mit seinen fragwürdigen Aussagen zweifelsohne. Zumal er bisher lediglich dokumentiert hat, in dieser Sache zumindest fünf Jahre verschlafen und die Idee einer verkehrsberuhigten Zone von den eigenen Gemeindebürgern abgekupfert sowie als die eigene ausgegeben zu haben.