(Titelbild: alps)

Ob sich diese Geschichte im Detail wirklich so zugetragen hat? Es war gleich einmal zu Beginn der Mobilitätsstrategie, als sich ein Informant bei meldete und uns mit Infos über Andreas Knapp versorgte. Einer dieser Hinweise: Bei der Mobilitätsstrategie sei lediglich "kurz und KNAPP plagiiert" worden.

Projektleiter Knapp habe also nur abgeschrieben. Er, der Informant, wisse dies deshalb so genau, weil Knapp zu später Stunde in geselliger Runde geprahlt habe, den "Ötztalern" mit ein wenig Copy & paste "das Geld aus der Tasche" zu ziehen. Welch toller Hecht er doch sei! Und Knapp habe dabei sogar verraten, woher seine Schlagworte für die Ötztaler Mobilitätsstrategie 2030 stammen würden: Aus der Mobilitätsstrategie Brandenburg 2030.

Lassen wir diese Erzählung einfach so stehen. Ohne Wertung. Sie kann stimmen, oder auch nicht. Wir wollen es eigentlich gar nicht wissen. Fakt ist hingegen, dass folgende Zeilen tatsächlich in diesem deutschen Konzept zu finden sind:

 

Im Umfeld Berlins setze man auf den "Öffentlichen Personennahverkehr, das (elektrische) Fahrrad und Carsharing-Modelle", ist in der im Internet downloadbaren "Mobilitätsstrategie Brandenburg 2030" nachzulesen. Es dauert keine fünf Minuten, diese zu finden. Und wenn man sie gefunden hat, kann man noch schneller die drei Schlagworte "ÖPNV, Fahrrad, Carsharing" herauszukopieren.

Interessant ist, was in der Folge in der Mobilitätsstrategie Ötztal 2030 stand:

Genau dieselben Schlagworte! Dass die drei Begriffe möglicherweise lediglich durch Kopieren in das Ötztal-Konzept wanderten, dafür spricht auch die gleiche Überschrift, die hüben (Brandenburg) wie drüben (Ötztal) für das Strategiepapier verwendet wurde: Beides Mal hieß es auf den Buchstaben genau: M-o-b-i-l-i-t-ä-t-s-s-t-r-a-t-e-g-i-e  2-0-3-0. Das kann eigentlich schon gar kein Zufall mehr sein.

8.000 Fahrten weniger hat uns Knapp bei seinem Amtsantritt im Sommer 2019 versprochen. Und das nicht in einem Jahr. Auch nicht in einem Monat. Und auch nicht in einer Woche. Nein, 8.000 Fahrten soll es im Ötztal künftig pro Tag weniger geben! – Wer so einen Schwachsinn und dabei vor allem solche Lösungsansätze präsentiert, ist grundsätzlich schon einmal verdächtig. Es zeugt aber auch noch von enormen Geltungsbedürfnis, um sich damit großtuerisch vor die Presse zu stellen:  

Man sei "quer durch die Republik, aber auch durch die Nachbarländer gefahren", um sich "Praxisbeispiele von Verkehrslösungen anzusehen", krakeelte Knapp. Das muss man sich erst einmal trauen.

Bei uns im Ötztal genügt aber offensichtlich sogar so etwas. Es kann ruhig ein Zinnober sein. Man braucht nur treuherzig beteuern, dass man "alle Leute" mitnehme, und das, "was wir tun, kein Placebo ist":

Aber eigentlich hat Knapp ja recht: Das, was unsere so genannten Verkehrs-Koryphäen tun, ist tatsächlich kein Placebo. Das ist Plagiieren! Und Hauptsache, es steht etwas Tolles in der Zeitung. Was eigentlich nur zwei Schlüsse zulässt.


Zum einen kann dieser Unfug den Geldgebern und politisch Verantwortlichen recht sein und sie sagten zum Knapp: Red´ doch einfach irgendwas. Die Bevölkerung checkt´s eh nicht und am Ende ist nur wichtig, dass wir genau zu dem Ergebnis kommen, das wir haben wollen. Das Dazwischen interessiert uns nicht. Verdien´ du dir mit Herumfahren (auf der Landkarte) ruhig eine goldene Nase. Wir haben anderes im Sinn.
Zum anderen kann es aber auch möglich sein, dass der Hauptgeldgeber und der politisch Verantwortliche bisher gar nicht wussten, was sich hinter ihrem Rücken abgespielt hat: Der eine hat vielleicht gar nicht die Zeit dazu, die Sache genauer zu verfolgen, den Rest erledigen ohnehin seine Adjutanten sowie Propagandafritzen. Und unser Dorfcapo checkt vielleicht gar nicht, was sich um ihn herum abspielt. Oder er will es gar nicht checken. Aber das ist eine andere Geschichte.

Interessant wird jetzt aber zu beobachten sein, wie weit die offiziellen Förderstellen der Mobilitätsstrategie, die Regio Imst und der TVB Ötztal, die Sachlage beurteilen werden. Geben sie sich mit dem Dargebotenem und dem, was hier in weiterer Folge noch thematisiert werden wird, zufrieden? Pulvern sie wider besserem Wissen die zugesagten Steuer- und andere öffentliche Gelder ungeniert in diesen Filz? Oder nehmen sie ihre Verantwortung wahr und schieben etwa gerade einem Diebstahl von geistigem Eigentum, wie er hier noch ersichtlich werden wird, einen Riegel vor? Die Verantwortung dazu hätten sie. Man wird sie daher an ihrer Reaktion erkennen und zu beurteilen haben.

Wie der Schwachsinn Methode bekam

Um wieder den roten Faden aufzunehmen: Wie gelangten die Brandenburg-Schlagworte unter das hiesige Volk? Presseaussendung der Medienagentur Polak zur "Mobilitätsstrategie 2030 Ötztal":


Polaks PA schaffte es 1:1 in die TT:


So kommt Unsinn zu den Empfängern: Von einem Konzeptpapier in Berlin, über das mögliche Herauskopieren durch einen, der von Polak zum "Experten" hochstilisiert wird, direkt zum Leser! Fehlte nur noch, dass es auch der Rest der Polak´schen Jubelorgie in die Zeitung geschafft hätte: Der Schmarren rund um Knapp sei nämlich ein "einzigartiger Prozess" (was sogar stimmt, wenn alle anderen Prozesse nicht erstunken und erlogen sind), ließ dieser nämlich auch noch wissen. Und um seine Auftraggeber und die identen von Knapp ebenfalls in den Himmel zu loben: Das Ötztal werde mit der Mobilitätsstrategie, diesem "einzigartigen Prozess" sogar seinem Ruf als "innovationsstarke Talgemeinschaft" gerecht.

Da stand es also zum ersten Mal: "Verkehrsplanungs-Experte"! Doch bereits in den weiteren Texten wurde auf das vorangestellte Wort "Verkehrsplanungs-" verzichtet. Fortan war es nur mehr der "Experte". Ein Experte wohl im Plagiieren. In einem der kommenden Artikel folgt der Beweis dafür.

Folge 3, "Vo voarn bis hintn drstunkn und drlogn" erscheint am Montag, dem 10.05.2021

Check Teil 2:

  • Expertise durch "Experten"? Fehlanzeige! Lediglich ein paar Schlagworte herauszukopieren, die selbst im Umfeld Berlins als ungeeignete Lösungsansätze angesehen werden, wäre beschämend. Hier, wie "Fahrrad" und "Carsharing" selbst in Deutschland in einer Stellungnahme als ungeeignete Maßnahme angesehen wurden:

Für Deutschland selbst in Millionenstadtnähe vernichtend beurteilt, aber bei uns die Heilsbringer: "ÖPNV, Fahrrad, Carsharing". Sollte man einen derartigen Unfug für ein ländliches Gebiet, in dem man mehrere Tausend Fahrten pro Tag vermeiden möchte, eigentlich überhaupt in den Mund nehmen? Nein!

  • Controlling durch Auftraggeber/Projektwerber? Fehlanzeige! Durfte "Projektexperte" Knapp tun und lassen, was er wollte? Ja. Wurde er von seinen Auftraggebern irgendwann einmal ob seines grandiosen Versagens in die Schranken gewiesen? Nein.

  • Alles zusammen lediglich ein von Knapp & Polak inszeniertes (Medien-)Spektakel mit dem Ziel, dass sich manche im Glanze sonnen können? Ja.

  • Knapp ein Handlanger in Diensten von Ötztal-Pitztal? So schaut`s aus!

  • Gesamter schief gelaufener Prozess von den Geldgebern ungestraft toleriert? Wird sich weisen.

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