Pflügen im Greith: Zwei Männer, ein eisernes Arbeitsgerät und ein Haflinger als Zugtier. Das waren Ende der 1950er, Anfang der 1960er Jahre auch in Ötz die "Zutaten" für das Acker-Umbrechen. Mehr brauchte es nicht. Oder besser gesagt: Mehr gab es nicht.

Und doch scheint die Aufnahme viel länger zurückliegend.

Wer sind die Abgebildeten, was ist die Botschaft?

Man kann es nicht mit Bestimmtheit sagen, aber aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich bei den beiden Abgebildeten um Stinelars. Der Großteil der Befragten glaubt, rechts auf dem Bild Heini Plattner zu erkennen. Bei dem linken Mann könnte es sich um Hubert oder Lois Plattner handeln (alle drei bereits verstorben).

Abgesehen davon aber, wie die Männer auf diesem Foto geheißen haben mögen, das vieldeutige Bild erzählt uns eigentlich etwas anderes. Grundlage ist der stete Wandel, der sich in allem vollzieht. Das Bild verleitet aber vielleicht auch zur Dankbarkeit, weil heute vieles leichter geht (in der Landwirtschaft, aber auch sonst); es berichtet von den "guten" Zeiten und dem Wirtschaftswachstum, das sich in den Jahrzehnten seit dem Entstehen des Bildes abgespielt hat; es verdeutlicht die Grundlage ("den Grund & Boden"), auf der heute mehrere Familien leben können; es mahnt allerdings wohl auch, dass jedes Wachstum auch einmal ein Ende haben muss und dass wir künftig sparsamer mit unseren Ressourcen umzugehen haben, als dies in der Vergangenheit der Fall gewesen ist.  

Wo entstand diese Aufnahme?

Der Standort der Fotografin Wachsmuth-Tutsch (1950 bis 1986 in Ötz) dürfte dort gewesen sein, wo sich heute unterhalb der Kühtaierstraße das Haus von Franz Larcher befindet.

Bis zum Bau der Kühtaierstraße gab es im Bereich Oberfeld/Greith lediglich den heutigen Oberfeld- und den Örlachweg (zum heutigen Schwimmbad hinauf), genannt das Gassele. Hier zu sehen auf der Franziszäischen Landaufnahme von 1856 (zum Vergrößern klicken):

Die später entstandene "Kühtaierstraße" folgte ein Stück weit dem Oberfeldweg (dessen Start ist in der obigen Landkarte links beim roten Perwög-Haus, heute Pizzeria/Elektro-Hackl, zu sehen) und schwang sich danach durch die vorher langgestreckten Felder Richtung Norden (rotpunktiert eingezeichnet). Noch einmal später folgte eine Verbreiterung und wiederum später der Neubau des Beginns mit der Abzweigung beim Kreisverkehr. Wissenswert: Alleine die Enteignung für die im Jahr 1970 erfolgte Verbreiterung der zu dieser Zeit noch "Nedertalstraße" genannten Infrastruktur betraf 20 Grundbuch-Einlagezahlen mit über 5.000 Quadratmetern Fläche.

Heute sieht das Gelände des alten Fotos mit Blickrichtung Kalvarienberg/ Pfaffenberg so aus. Hier haben sich inzwischen mehrere Familien angesiedelt:

Ps.: Interessantes aus dem Leben von Heini Plattner oder die Erkenntnis, was Stinelars Fald mit dem Brandbombenabwurf am Schrofen gegen Ende des 2. Weltkrieges zu tun hat – das sind natürlich schon wieder andere Geschichten. (best)