Es ist einfach nur beschämend: Lieber phantasieren unsere Verantwortlichen von 80 Millionen teuren Sinnlos-Schigebieten ("Feldring/Schafjoch"). Lieber ködern sie auf Teufel-komm-raus Investorenprojekte und lassen einen Bau zu, der jegliches Ortsbild sprengt ("All Suite Resort"). Lieber verpulvern sie 100.000 Euro für eine lieb- und leblose Oberkitsch-Kreisverkehrs-Gestaltung, als für unsere Kinder und Jugendlichen auch nur einen halben Tag lang nachzudenken. Das scheint seit fast 20 Jahren zu viel verlangt. Traurig. aber wahr.

Weil dem aber leider so ist, an dieser Stelle eine Idee, wie man das Skaterplatz-Dilemma rasch und ohne großen Kostenaufwand in den Griff bekommen könnte. Selbst auf die Gefahr hin, dass unsere Herren Bürgermeister und TVB-Ortsobmann die Idee wieder ungeniert pfladern und erneut vor der Presse großspurig als die ihre ausgeben. Siehe Ortsumfahrung und verkehrsberuhigte Zone.

Auch dort hatten die beiden keinen Genierer und präsentierten sich urplötzlich als Visionäre. Gerade so, als hätten sie seit Jahren nichts anderes im Sinn gehabt, als uns Ötzerinnen und Ötzer von der Verkehrsplage zu erlösen. Anderen wäre so etwas wahrscheinlich zu blöd. Andere würden niemals den Plan eines anderen als den eigenen ausgeben.

Aber bekanntlich blamiert sich jeder so gut, wie er kann: Und deshalb auch zum Thema Skaterplatz wieder eine Steilvorlage: Grod z´fleiß Gedanken zu einer Lösung des Problems. Einfach, weil es wichtig ist, dass diese Murkserei endlich einmal ein Ende hat.

Wie könnte die Lösung der 20 Jahre lang verschleppten Ötzer Skaterplatzmisere aussehen?

Würde man sich in der Ötzer Gemeindeführung einmal die Zeit nehmen und ein paar Kriterien durchackern, würde man relativ rasch auf Folgendes stoßen: Ein Skaterplatz sollte ...

... sich nicht unbedingt in der Ortsmitte befinden (Geräuschemission)
... trotzdem halbwegs gut erreichbar sein, vor allem mit den Öffis oder per
   Rad/Roller
... sich auf der Sonnenseite befinden, aber im Hochsommer über die nötige
   Beschattung verfügen
... im besten Fall Nähe zu einer WC-Anlage aufweisen
... natürlich auch touristisch gut nutzbar sein, wie dies längst in vielen Gemeinden
   angepriesen wird, unter anderem hier
... keinen neuen Bodenverbrauch darstellen, im besten Fall so gut wie überhaupt
   keine Naturbeeinträchtigung
... im Winter für andere Belange nutzbar sein (multifunktionell)
... Nähe zu einer anderen, bereits bestehenden Sportstätte haben, damit
   endlich eine Bündelung erreicht und der sinnlosen Zerfledderung Einhalt
   geboten werden kann,

... um ein paar wichtige Kriterien aufzuzählen.

Und wo wäre so etwas bei uns beispielsweise möglich?

Im obersten, östlichsten Bereich der Liftparkplätze, befände sich, taleinwärts gesehen hinter der Tennisanlage und knapp vor dem Ederbach eine optimale Fläche: Hier, unterhalb des Schwimmbades, könnte man mit sehr wenig bis relativ wenig Aufwand durchaus etwas Brauchbares entstehen lassen.

Dort bestünde nämlich bereits eine halbwegs ebenen Bereich. Selbige ist momentan mit Bruchasphalt versehen. Nach einer Wandlung zu einem Skaterplatz könnte die Fläche im Winter nach wie vor als Parkplatz für die Bergbahn-Besucher Verwendung finden. Es gäbe also keine Einbußen irgendwelcher Art. Momentan schaut es dort so aus:

Das Areal wird das ganze Jahr über mehr oder weniger überhaupt nicht genützt.

Würde man nun auf der bestehenden Fläche einen glatten Asphaltbelag aufbringen und talseitig die eine oder andere natürliche Beschattung pflanzen, wäre schon einiges getan. Man hätte sich nichts verbaut, sondern im Gegenteil, sogar für eine Attraktivierung des Areals mit bestehendem Spielplatz, Schwimmbad und Tennisplanlage gesorgt. Jedenfalls wäre hier mit dem gleichen Aufwand wesentlich mehr getan (gewesen) als beim (ehemaligen) Sinnlosprojekt beim Recyclinghof.

Eine Einfachlösung könnte im Querschnitt so wie skizziert aussehen:

Der Skaterplatz, besser Funpark, weil multifunktionell gestaltet, könnte im Hochsommer einfach durch Laubbäume beschattet werden.

Je nach Lust und Laune sowie finanziellem Einsatz könnte das Projekt aber natürlich optimiert werden. Gäbe es zusätzlichen Flächenbedarf, könnte man die linke Böschung durch eine Stützmauer (mit Auskragung) ersetzen. Der Zugewinn wäre "unten" wie "oben": Demnach würde auch das Schwimmbad Nutznießer sein, dessen Liegefläche sich durch das begehbare Dach vergrößert. Und unter diesem Vorsprung könnte man dann im Winter die Geräte des Funparks verkoltn. Optisch und hitzetechnisch würde im Hochsommer ein Sonnensegel das Ganze aufwerten. Insgesamt würde sich eine abgeschlossene Einheit ergeben: Rückzugsort und Freiraum für die Jugend – natürliche Geräuschabschottung inklusive, die die man ggf. Richtung Tennisanlage baulich verstärken könnte.

Eine mögliche Steigerungsstufe würde demnach im Querschnitt so aussehen:


Sowohl bei der Spar- als auch der Vollausbauvariante wäre, weil an derselben Stelle befindlich, das WC nicht allzu weit entfernt (Tennisgebäude). Familien würden beisammen bleiben, weil das eine Kind vielleicht Tennis spielt/sich am Spielplatz tummelt/schwimmt und das andere derweil ein paar Runden mit dem Skateboard oder den Inlinern dreht.

So etwas in diese Richtung müsste man einmal in Ötz andenken – und nicht seit 20 Jahren von einem Murks in den anderen stolpern! Aber dazu müsste man sich halt wenigstens ein Mal vom hohen Ross herablassen, gemeinsam mit den Jugendlichen ein Projekt aufsetzen, dieses anschließend begleiten sowie den Jugendlichen zugestehen, dieses Refugium mit ein wenig Farbe an den Wänden und Geräten nach ihren Vorstellungen zu gestalten ...  

***

Die Hoffnung allerdings, dass sich unsere derzeitige Gemeindeführung wirklich für eine eigenständige Lösung der Skaterplatzmisere interessiert, ist verschwindend gering. Sah sich diese vor einigen Jahren doch nicht einmal dazu in der Lage, Schülern aus dem eigenen Ort auf eine von ihnen zu einem ähnlichen Thema erarbeitete und persönlich überreichte Projektarbeit auch nur ein einziges Wort des Feedbacks übrig zu haben. Nicht ein einziges! Nicht einmal ein "Danke für euren Einsatz" ist unseren Kapazundern über die Lippen gekommen, geschweige denn etwas anderes. Man fragt sich: Schaut so wertschätzende Kommunikation im 21. Jahrhundert aus? Jedenfalls alles ebenfalls sehr traurig, aber ebenfalls halt leider auch wahr.

Und dabei wäre selbst das oben Beschriebene noch längst nicht das Ende der Fahnenstange! – Wie allerdings selbst das oben Angedeutete noch mit anderen Mehrfachnutzen getoppt werden kann, wird an dieser Stelle sicherlich nicht mehr verraten. Sollen sich doch zuerst einmal die bewegen, die eigentlich dafür verantwortlich wären. Und sonst haben sie eh nur noch mehr zum Pfladern. Es ist ohnehin schon bedenklich genug, dass man überhaupt von so etwas reden muss. Also: Auf geht`s! Kopf in den Sand stecken gilt nicht mehr! Wo sind die besseren Ideen – oder wie lässt sich diese hier angeregte zum Nutzen aller optimieren?