Entstehung und Einteilung von Feinstaub

Feinstaub sind kleinste Partikel die in natürlichen Quellen wie Vegetation (z.B. Pollenflug), Vulkane oder Waldbrände, aber auch in durch den Menschen verursachte Quellen entstehen. Hierunter fallen jegliche Verbrennungsprozesse (z.B. KFZ-Motoren, Heizen) oder auch mechanischen Abrieb (z.B. Reifen- oder Bremsabrieb).

Eine Unterteilung erfolgt nach Größe der Teilchen (1μm = 1/1000mm): PM10 mit einer Größe bis 10μm, PM2,5 bis 2,5μm und Ultrafeinstaub PM0,1 kleiner als 0,1μm - diese werden auch Nanopartikel genannt. Messungen erfolgen u.a. mithilfe von Schwerkraft oder Lasern. Meist werden PM10 und manchmal auch PM2,5 gemessen, ultrafeinen Partikel PM0,1 nur in Spezialfällen (technisch aufwendig und sehr teuer).

Gefährlichkeit von Feinstaub

Für Deutschland ergeben sich etwa 47.000 durch Feinstaub verursachte vorzeitige Todesfälle, zum Vergleich - dort gibt es ca. 3000 Verkehrstote. Das Risiko durch Feinstaubbelastung (frühzeitig) zu sterben ist somit über 15x höher als durch einen Verkehrsunfall. Bezüglich Lebenszeitverkürzung wird von etwa 2 Jahre gesprochen.

Je kleiner die Partikel, desto schlechter funktioniert die natürliche Filterung des Körpers. Teilchen kleiner PM2,5 können bis in die Lungenbläschen vordringen, wo der Stoffaustausch mit dem Blut stattfindet. Ultrafeine Partikel PM0,1 können auch direkt im Blut landen. Einmal im Blut (ob direkt oder durch Stoffaustausch), erreichen die Partikel/Schadstoffe jedes Organ und können dort Schäden verursachen. Das führt zu einem erhöhten Risiko für u.a. Lungenentzündung, Asthma, Lungenkrebs, Schlaganfall, Störungen am Herzen bis hin zum Herzinfarkt, und noch einiges mehr.

Grenzwerte

  • PM10: 50μg/m 3 - Tagesmittelwert; pro Kalenderjahr sind 25 Überschreitungen zulässig.
  • PM10: 40μg/m 3 - Jahresmittelwert.
  • PM2,5: 25μg/m 3 - Jahresmittelwert.

Die Welt-Gesundheitsorganisation WHO hält die europäischen Grenzwerte für viel zu hoch. Laut WHO sollte der Jahresmittelwert für PM10 max. 20μg/m 3 und der für PM2,5 sogar nur 10μg/m 3 betragen.

Feinstaubwerte in Ötz

Verkehr und Hausbrand (Heizen) spielen bei uns die größte Rolle, ersteres insbesondere an den verkehrsreichen winterlichen Schichtwechsel-Tagen (Samstage), zweiteres ist Temperaturabhängig (Wetterlage). Aufgrund der im Winter häufiger auftretenden Inversionswetterlagen ist, auch wenn es sich um ein ländliches Gebiet handelt, die Feinstaubkonzentration unter Tags mit städtischem Gebiet durchaus vergleichbar. Inversionswetterlagen begünstigen eine Ansammlung von Feinstäuben und anderen Luftschadstoffen im Bereich des Talbodens, die dann auch dort bleiben. Ein Luftaustausch findet praktisch nicht statt.

Sensoren für Feinstaubmessungen, die wir in den letzten Monaten in Ötz angebracht haben, sind in folgender Karte zu sehen: Karte mit Feinstaubsensoren in Ötz. Da kann man sich mit Klick auf den Messpunkt und dann rechts auf die Sensornummer die Werte der letzten Stunden anschauen.

An schlechten Tagen mit Inversionswetterlage sind Grenzwertüberschreitungen zu registrieren. Besonders schlecht waren die Werte zu Silvester, Spitzenwerte mit etwa dem 15-fachen(!!) der Werte unter Tags wurden erreicht. Ein
Bericht hierzu wird folgen.


Die empfohlene Langversion gibt es hier.