Zur Erinnerung, was unser Bürgermeister im Schreiben der Gemeinde Oetz vom 01.04.2020 an die Bevölkerung geschrieben hat.

Nachdem zwischenzeitlich nicht nur über diverse Social Media Plattformen, sondern auch über die regionalen Printmedien teilweise Unwahrheiten, was den Kraftwerksbau anlangt, verbreitet wurden, möchte ich zumindest die einheimische Bevölkerung über die Faktenlage aufklären.
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Zum Thema Beeinträchtigung der Wildwasserstrecke im Bereich der Wellerbrücke ist jede geschriebene Silbe vergeudete Zeit. Wer sich einmal kurz mit den Kraftwerksplänen auseinandergesetzt hat weiß, dass das in Tumpen entnommene Wasser über einen halben Kilometer vor der Wellerbrücke wieder 1:1 in das Bachbett der Ötztaler Ache zurückgeführt wird. Das heißt, dass es zu keinerlei Veränderung des Wasserstandes im Bereich der Wellerbrücke kommt! Ich möchte hier nur am Rande erwähnen, dass sowohl auf dem Abschnitt zwischen Tumpen und Habichen, aber auch im Bereich der Wellerbrücke die Ausübung des Wildwassersports untersagt ist, sofern nicht eine Sondergenehmigung im Rahmen einer Veranstaltung, wie beispielsweise der Extrem-Kajak-Weltmeisterschaft, vorliegt.

Verbot von Wildwassersport

Vielleicht sollte sich unser Bürgermeister mal über die geltende Gesetzeslage informieren. Verbreitet etwa er selbst eine "Unwahrheit", so wie er bei anderen kritisiert?

Die Beschränkungen der Schifffahrt sind auf der Landeswebseite zu finden. Im Boten von Tirol vom 10. Februar 2016 ist alles nachzulesen, da heißt es:

Unter Ruderfahrzeuge für Wildwasser in Hartschalenbauweise sind somit (auch) Kajaks gemeint. D.h. Kajakfahren im Bereich der Achstürze / Wellerbrücke ist laut geltender Gesetzeslage ERLAUBT.

Im übrigen macht auch der Ötztal Tourismus fleißig Werbung für Kajakfahren auf der Ötztaler Ache. Da steht nirgends etwas von einer erforderlichen Genehmigung. Unter "Umhausen" wird auch die Achstürze beschrieben, diese ist natürlich nur für absolute Könner. "Oetz" hat zuerst die Wellerbrücke als Eintrag.

Kanu und Kajak im Ötztal, Tirol, Österreich
Die Ötztaler Ache ist eine Traumstrecke für geübte Kanu- und Kajak-Sportler. Alle Infos über Infrastruktur & Ötztaler Outdoor-Anbieter findest du hier.

Soviel also zur "Faktenlage" zum Verbot von Wildwassersport. Nochmal zur Erinnerung, Eingangs ist erwähnt, wie unser Bürgermeister die einheimischen Bevölkerung darüber aufklärt.

Wasserschwall

Dass das für den Kraftwerksbetrieb notwendige Wasser danach wieder eingeleitet wird und somit der Wasserstand nach der Einleitung keine Veränderung erfährt, wird wohl auch niemand anzweifeln. Die große Frage ist aber, wie schaut es mit dem Wasserschwall aus, der durch die notwendigen Spülungen des Stauraumes bzw. der Betriebsanlage notwendig ist?

Im Bescheid vom Land Tirol (ausgestellt mit Datum 06. März 2015) heißt es auf Seite 41:

Das heißt, die notwendigen Spülungen wirken sich bis Ambach aus! Somit bleibt die Frage, wer sich denn NICHT mit den Kraftwerksplänen auseinandergesetzt hat.